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Erneuerbare Energien

Photovoltaik in Bottrop: Was die Sonnenstadt im Revier gelernt hat

Zehn Jahre InnovationCity, Spitzenwerte bei PV: Ertrag, Speicher, Balkonmodul und Anmeldung bei der ELE.

3 Min. Lesezeit

Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach im Abendlicht

Zwischen 2010 und 2020 war Bottrop als „InnovationCity Ruhr“ Modellstadt für den klimagerechten Stadtumbau. Eine der sichtbarsten Folgen glänzt bis heute auf den Dächern: Ende 2022 zählte die Stadt rund 1.750 Photovoltaikanlagen, umgerechnet gut 300 Watt Modulleistung je Einwohner – ein Spitzenwert in Nordrhein-Westfalen. Wer über eine eigene Anlage nachdenkt, kann sich also im eigenen Viertel ansehen, was funktioniert.

Der Ertrag im nördlichen Ruhrgebiet

Ein Kilowatt-Peak (kWp) erzeugt in Bottrop auf einem unverschatteten, nach Süden oder Südwesten geneigten Dach etwa 900 Kilowattstunden im Jahr; Ost-West-Dächer liefern etwas weniger, dafür gleichmäßiger über den Tag. Für ein Reihenhaus in Fuhlenbrock oder im Eigen decken 5 bis 8 kWp den Jahresverbrauch rechnerisch ab. Schatten von Bäumen – im waldreichen Grafenwald oder am Köllnischen Wald keine Seltenheit – kostet mehr Ertrag als eine ungünstige Himmelsrichtung.

Drei typische Bottroper Dächer

  • Hof in Kirchhellen: Scheunen- und Stalldächer bieten Platz für weit mehr als den Eigenbedarf. Wo noch Nachtspeicheröfen heizen – in Kirchhellen decken sie rund ein Zehntel des Wärmebedarfs –, passt eine Wärmepumpe als künftiger Großabnehmer gut zur Anlage.
  • Siedlungshaus in Welheim: Die Gartenstadt steht unter Denkmalschutz. Module zur Straße sind dort kaum genehmigungsfähig; Gartenseite und Nebengebäude vorher mit der Unteren Denkmalbehörde klären.
  • Wohnung in der Stadtmitte oder in Batenbrock: Bleibt der Balkon. Steckersolargeräte bis 800 Watt Wechselrichterleistung werden nur noch im Marktstammdatenregister eingetragen; Vermieter dürfen sie nur aus gewichtigen Gründen ablehnen. Voraussetzung ist eine Steckdose mit intaktem Schutzleiter.

Speicher: Lohnt sich der Abend?

Direkt verbrauchter Solarstrom spart am meisten. Ohne Speicher bleibt meist ein Drittel der Erzeugung im Haus, mit Batterie deutlich mehr. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie viel Strom nach Sonnenuntergang gebraucht wird – bei Fernwärmeanschluss in Boy oder im Eigen fehlt die Wärmepumpe als Abnehmer, dafür zählen Wallbox, Waschmaschine und Warmwasser.

Anmeldung bei der ELE Verteilnetz

Das Bottroper Stromnetz betreibt die ELE Verteilnetz GmbH in Gelsenkirchen, eine Tochter der Emscher Lippe Energie. Dachanlagen meldet der Installateur dort an; dazu kommen der Eintrag im Marktstammdatenregister und ein Zweirichtungszähler. In Häusern aus der Zeit vor 1978 – zwei Drittel des Bottroper Bestands – genügt der Zählerschrank den heutigen Vorgaben häufig nicht und wird bei der Montage gleich erneuert.

Module und Wechselrichter plant ein Solarfachbetrieb. Für Zählerschrank, Überspannungsschutz und die Steckdose am Balkon vermitteln wir Ihnen einen Elektriker aus unserem Partnernetzwerk – mehr dazu unter Elektroinstallation in Bottrop.

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