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Elektro-Wissen

Steckdosen nachrüsten in Bottrop: Energetisch saniert, elektrisch von gestern

Warum Leisten nur aufschieben, welche Lösung in Küche, Keller und Homeoffice passt und wer zustimmen muss.

3 Min. Lesezeit

Elektriker montiert eine Doppelsteckdose mit USB im Homeoffice, vorne eine volle MehrfachsteckdoseKI-generiert

Als InnovationCity Ruhr hat Bottrop zwischen 2010 und 2020 im Süden der Stadt mehr als ein Drittel der Wohngebäude energetisch modernisiert: Dämmung, Fenster, Heizung. Die Elektrik blieb dabei meist außen vor. In vielen Wohnzimmern in Batenbrock, Eigen oder Boy sitzt hinter der frisch gestrichenen Wand eine einzelne Dose aus den 1960er-Jahren – und davor eine Leiste mit acht Plätzen.

Warum die Leiste das Problem nur verschiebt

Eine Leiste schafft Anschlüsse, aber keinen zusätzlichen Strom. Alles an ihr läuft weiter über denselben Automaten, in älteren Bottroper Häusern nicht selten über eine Schraubsicherung. Mit Lampen, Router und Ladegeräten passiert wenig; kritisch wird es mit Heizgeräten. In den tief liegenden Südstadtteilen, die über Pumpwerke entwässert werden und in denen Kellerfeuchte ein Dauerthema ist, laufen Entfeuchter oder Heizlüfter gern tagelang am Verlängerungskabel. Ein solches Gerät beansprucht allein schon den Großteil dessen, was ein Stromkreis verträgt; kommt der Trockner dazu, fällt bestenfalls die Sicherung. Schlimmstenfalls erwärmt sich eine ausgeleierte Steckverbindung, bis das Gehäuse schmilzt. Verfärbte Dosen, Brandgeruch oder ein heißer Stecker sind ein Fall für den Elektriker Notdienst, nicht für die Liste „irgendwann“.

Welche Lösung wohin gehört

  • Wohn- und Schlafräume: Aus der Einzeldose wird eine Mehrfachkombination unter Putz – der Leitungsweg bleibt, die Leiste verschwindet.
  • Homeoffice: Zwei Bildschirme, Drucker, Dockingstation – dafür lohnt ein eigener Stromkreis, am besten mit Netzwerkdose daneben.
  • Küche: Geschirrspüler, Backofen und Kochfeld bekommen jeweils eine eigene Leitung, die Arbeitsplatte genug Dosen für Wasserkocher und Kaffeemaschine.
  • Keller, Garage, Garten: FI-Schutzschalter (RCD) und Spritzwasserschutz ab IP44 sind Pflicht – gerade für Pumpen, Entfeuchter und Werkbank.

Kommen beim Öffnen der alten Dose nur zwei Adern zum Vorschein, lässt sich der Schutzkontakt nicht einfach ergänzen. Dann steht eine größere Entscheidung an, die der Ratgeber Altbau-Elektrik modernisieren beschreibt.

Wer in Bottrop zustimmen muss

Mehr als die Hälfte der Bottroper Gebäude sind Ein- und Reihenhäuser, viele davon selbst bewohnt – hier entscheiden Eigentümer allein, wo gestemmt wird. In Mietwohnungen, ob Geschossbau nahe der Stadtmitte oder Siedlungshaus einer ehemaligen Zeche, gehört die Dose zur Mietsache: Vor dem Eingriff holt man die Zustimmung des Vermieters ein. Das Messprotokoll, das ein Fachbetrieb nach der Arbeit übergibt, macht diese Zustimmung meist leicht.

Für neue Steckdosen und zusätzliche Stromkreise in Bottrop organisieren wir einen Elektrofachbetrieb aus unserem Partnernetzwerk – Einzelheiten auf der Seite Elektroinstallation.

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