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Elektro-Wissen

FI-Schalter: Vier Fragen aus Bottroper Haushalten

Warum löst der FI nach Regen aus? Fehlt er im Zechenhaus? Was prüft die Taste? Antworten für Bottrop.

3 Min. Lesezeit

Geöffneter Sicherungskasten mit FI-Schutzschalter und Leitungsschutzschaltern in einer Wohnung

Der Fehlerstrom-Schutzschalter – FI oder RCD – ist das einzige Bauteil im Sicherungskasten, das Menschen und nicht nur Leitungen schützt. Rund um ihn tauchen in Bottrop immer wieder dieselben Fragen auf. Vier davon mit Antworten.

Was macht der FI anders als eine Sicherung?

Eine Sicherung reagiert auf zu viel Strom – Überlast oder Kurzschluss. Der FI reagiert auf verschwundenen Strom: Er vergleicht, was in einen Stromkreis hinein- und was zurückfließt. Nimmt ein Teil davon einen Umweg über ein feuchtes Gehäuse, eine schadhafte Leitung oder einen Menschen, trennt er den Kreis ab 30 Milliampere Differenz in Sekundenbruchteilen. Für Wallbox und Wärmepumpe – in Kirchhellen das erklärte Ziel beim Ersatz der Nachtspeicher – braucht es je nach Gerät Typ F oder B, weil deren Elektronik Gleichfehlerströme erzeugen kann, die ein gewöhnlicher Typ A nicht erkennt.

Warum löst er bei uns nach Starkregen aus?

In Ebel, Welheim oder der Lehmkuhle liegen Keller durch Bergsenkungen teils unter dem Niveau der Emscher; Feuchtigkeit kriecht in Verteilerdosen, Außensteckdosen und Kellerlampen. Der FI meldet das zuverlässig – er ist nicht defekt, er tut seine Arbeit. Vorgehen: alle Geräte im betroffenen Bereich ausstecken, FI einschalten, Geräte einzeln zurückstecken. Hält er ohne Geräte nicht, liegt der Fehler in der Installation; dann nicht weiter probieren, sondern einen Elektriker holen.

Was sagt die Prüftaste aus?

Die Taste mit dem „T“ schickt absichtlich einen kleinen Fehlerstrom durch den Schalter. Springt er heraus, funktioniert die Mechanik; bleibt er oben, muss er getauscht werden. Hersteller empfehlen den Test halbjährlich – vorher den Computer herunterfahren, danach die Uhr am Herd neu stellen. Die Taste prüft nur den Schalter selbst, nicht, ob er im Fehlerfall schnell genug abschaltet; das misst der Elektriker beim Elektro-Check.

Unser Haus ist von 1962 und hat keinen FI – müssen wir nachrüsten?

Zwei Drittel der Bottroper Gebäude stammen aus der Zeit vor 1978; für Steckdosenstromkreise ist der FI erst seit 2007 verbindlich, in Bädern seit 1984. Bestehende Anlagen genießen Bestandsschutz, bis daran gearbeitet wird – jede neue Steckdose, jeder geänderte Stromkreis bringt die Pflicht mit. Freiwillig nachrüsten lohnt sich in jedem Fall: zentral hinter dem Zähler, als FI/LS-Kombination je Stromkreis oder als FI-Steckdose für Bad und Werkbank. Bei zweiadrigen Leitungen aus der Zechenzeit prüft der Elektriker vorher, welche Kreise dafür überhaupt geeignet sind.

Die Nachrüstung organisieren wir über Elektriker aus unserem Partnernetzwerk in Bottrop – Einzelheiten auf der Seite Elektroinstallation.

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